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Sonntagsgruß für den 3. Sonntag nach Trinitatis - 28.6.2020

Wochenspruch:
Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen,
was verloren ist. (Lukas 19,10)

Liebe Gemeindemitglieder von Krefeld-Nord,
die Geschichte vom verlorenen Sohn (Nochmal nachlesen? Lk 15,11-32) – unser aller Lebensgeschichte: Abschied von den Eltern, das ist unausweichlich. Ebenso das Loslassen-müssen der eigenen Kinder. Unerfüllte Träume, zerplatzte Hoffnungen – davon wird keiner verschont: ob im Beruf, in der Beziehung oder im Verhältnis zu den eigenen Kindern. Streitigkeiten in der Familie, Entfremdung zwischen Freunden – vieles geht im Lauf eines Lebens kaputt, und wir haben nicht immer die Kraft zu einem neuen Anfang.
Und dennoch wohnt tief in unserem Herzen, gegen alle Erfahrungen, das starke Gefühl: Nicht die Trennungen und nicht die Konflikte, nicht die Enttäuschungen und nicht die Niederlagen bis hin zum Tod sind der letzte Akt der Geschichte. Am Schluss herrscht einzig die Liebe. Gott wird alles gut machen. Der Vater holt uns in jene Heimat, die wir verloren haben, aber die zu suchen wir doch niemals aufgeben können.
Das ist die unwahrscheinliche Hoffnung der Geschichte vom verlorenen Sohn. Einer Geschichte, die ausspricht, wonach wir uns zutiefst sehnen. Doch wo gibt es solch einen Vater?
Die Geschichte vom verlorenen Sohn ist in Wahrheit eine Geschichte von Gott – einem Gott, so unfassbar, dass selbst seine Kinder ihn nicht kennen. So wird die Begegnung mit dem Vater für den jüngeren Sohn zu einer einzigen Überraschung. Noch ehe der Sohn eine einzige Silbe sagen kann, handelt der Vater. Schon von weitem sieht er seinen Sohn kommen, läuft ihm entgegen, lässt ihn gar nicht ausreden, fällt ihm um den Hals und ist außer Rand und Band. Keine Abrechnung, keine Vorhaltungen, keine Bedingungen, keine Bewährungsfrist. Mit einem solchen Vater hatte der Sohn nicht gerechnet. Aber so ist Gott, so kümmert er sich um den Menschen, vor allem um den, der ihm verloren ging.
Das kann der ältere Bruder nicht akzeptieren. Er war immer korrekt geblieben, hatte sein Erbteil nicht durchgebracht, sondern gearbeitet und sich um den Hof gesorgt: „Da wird doch die Gerechtigkeit mit Füßen getreten“, bricht es aus ihm heraus. Dieser Sohn kann den Vater nicht verstehen, denn er versteht die Logik der Liebe nicht.
So ist Gott, will Jesus mit dem Gleichnis sagen: in seiner Menschlichkeit menschlicher zu uns Menschen als wir Menschen zueinander. Wo wir Bestrafungen fordern und Bedingungen stellen, da macht Gott seine Arme auf. Er gibt keinen auf und niemanden her. So geht er auch dem älteren Bruder nach, entlässt ihn nicht aus seiner Liebe, wirbt und bangt um ihn nicht weniger als um den jüngeren: „Man musste doch einfach fröhlich sein und sich freuen. Denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist nun wiedergefunden.“
Das klingt fast hilflos, aber so spricht Liebe, die niemanden zwingen, sondern nur für sich werben kann.

Ein Gebet
Wenn alle Nein sagen, Gott,
dann sagst du Ja. Zu uns.

Wenn alle gehen,
dann bist du da. Für uns.

Wenn alles endet,
dann beginnst du etwas Neues. Mit uns.

Dank sei dir
für deine Nähe in Jesus Christus
und deine Gemeinschaft im Heiligen Geist. Amen.

Gottesdienstangebote am Sonntag
11.15 Uhr Lukaskirche: Gottesdienst „Lukas erinnert sich“
10.15 Uhr SR – Fernsehgottesdienst aus der Kreuzkirche in München

Liebe Gemeindemitglieder von Krefeld-Nord,

Seit Mitte März, als unsere Kirchen geschlossen blieben und wir alle möglichst zu Hause bleiben sollten, haben wir versucht Sie auf diesem Weg zu begleiten: mit dem regelmäßigen Sonntags-gruß, mit Aktuellem, mit Mut machenden Worten, mit Formulierungshilfen für das Beten – und mit der Empfehlung von Fernsehgottesdiensten. (Mir ist in dieser Zeit die Saalkirche in Ingelheim richtig ans Herz gewachsen.)
Nun können wir seit Mitte Mai wieder Gottesdienste in unseren Kirchen feiern, wir tun dies verlässlich mit Maßnahmen der Vorsicht – die Kontaktbeschränkungen werden gelockert und die Sommerferien haben begonnen. Wir denken, dass es an der Zeit ist, von dieser Art des Sonntagsgrußes Abschied zu nehmen. Gern sind und bleiben wir mit Ihnen in Kontakt – in, vor und nach den Gottesdiensten, per Telefon oder Mail und über unsere Homepage.
Für die Thomaskirche steht im Gemeindebrief: bei schönem Wetter feiern wir open-air. Das machen wir nach den Sommerferien gerne wieder. In den Sommerferien, wenn unsere Küsterin Urlaub hat, ist das nicht zu stemmen – aber vielleicht nimmt sich dann jeder einen Stuhl und wir feiern den Gottesdienst spontan im Innenhof!
In der Lukaskirche sind die letzten 10 Wochen angebrochen. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten, was die Zeit des Umzuges angeht. Lassen Sie uns den bedeutsamen Weg auch in dieser Phase gemeinsam gehen, mit dem Abschied und mit dem Neuanfang, vertrauensvoll.
Wir wünschen Ihnen eine schöne Ferienzeit und einen gesegneten Sommer!
Bleiben Sie möglichst gesund und zuversichtlich! Gott befohlen! Pfarrerin Angelika von Leliwa und Pfarrer Christoph Tebbe

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