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Sonntagsgruß zum 27.12.2020

Liebe Gemeindemitglieder von Krefeld-Nord,

Wir haben uns wieder daran erinnert: vom Frieden auf Erden sangen die Engel über den Feldern vor Bethlehem. Was ist daraus geworden, 2000 Jahre später? Ist die Welt friedlicher geworden?
Blicke in die Geschichte und in die Gegenwart lassen mich das bezweifeln.
Vom Frieden ist wenig zu sehen. Wir haben Waffen erfunden, mit denen sich die Menschheit nicht nur einmal komplett vernichten ließe. Bis heute versuchen Menschen gewaltsam, Andersdenkende in den eigenen Glauben zu zwingen. In den Zeitungen liest man an jedem Tag von Mord und Totschlag und die Abendnachrichten verschlagen einem bisweilen die Sprache.
Ich kann verstehen, wenn Menschen sich enttäuscht abwenden vom Glauben, wenn sie Gott verlassen und ihm vorwerfen, dass das Lied der Engel nur ein hohles Versprechen sei.
Es scheint so offensichtlich, dass die Welt sich durch die Vision Gottes vom Frieden auf Erden nicht hat verwandeln lassen.
Zugegeben, es war eine charmante Vision, mit dem Potenzial, Menschen anzustecken und an sich zu binden. Manchmal aber wirkt es, als habe sie ihre Hoffnungskraft verloren. Als könnten wir sie mitsamt ihrer Worte und Bilder ablegen im Buch der Geschichte.
Das Weihnachtsfest wäre dann ein immer wieder beschworenes, aber illusorisches Idyll. Folklore, schön anzuschauen, jedoch wirkungslos und ohne Kraft, Not zu wenden, Schmerz zu lindern und Frieden zu stiften.
Und der Glaube wäre museal geworden, er könnte mit religionswissenschaftlichem Interesse betrachtet werden, hätte aber keinerlei Auswirkungen auf die Lebens- und Weltgestaltung im Heute.
Ein lebendiger und Glaubwürdiger Glaube ist auf Aktualisierung angewiesen. Es hilft nicht, aufzuzeigen, warum er einmal gut und notwendig war, wenn er es jetzt nicht mehr ist.
Wer glaubt, kommt nicht umhin, sich mit der Wirklichkeit zu befassen, wie sie heute ist und sie religiös zu erkunden: Wo finden sich Spuren, die hinausweisen über das Vorfindliche? Gibt es Beziehungen zwischen dem, was die Bibel, und dem, was Menschen gegenwärtig erleben? Lässt sich die Vision Gottes, die in der Heiligen Nacht geboren wurde, ins Heute übersetzen? Die große Geschichte von damals geht so ein in unsere kleinen Geschichten. Der besondere Moment leuchtet hinein in unsere Tage. Im eigenen Leben. Und darüber hinaus.
Und die große Verheißung vom „Frieden auf Erden“? Wie jedes Versprechen bleibt auch dieses leer, wenn es nicht gestaltet wird: Durch einzelne, die in ihrem Umfeld für eine wertschätzende Atmosphäre sorgen. Durch die Institution Kirche, die zum Frieden beitragen kann, in den Gemeinden, aber auch im kritischen Gegenüber zur Politik. Und durch Menschen, die sich über Religionsgrenzen hinweg um eine Ökumene derer bemühen, die Versöhnung stiften und sich dafür einsetzen wollen.

„Friede auf Erden“: das Lied der Engel über den Feldern von Bethlehem: es weht vom Damals ins Heute; doch beschreibt es nicht das Vorfindliche. Es will gestaltet werden.
Es erklingt durch die Zeiten als ein Versprechen, das Gott uns ans Herz legt und uns mit seiner Hilfe zu füllen bittet. Pfarrerin Angelika von Leliwa und Pfarrer Christoph Tebbe

Gebet:

Alle Härte,
die gewachsen ist
an den schweren Tagen,
nimm von uns,
guter Gott.
Und wisch auch
die Bitterkeit beiseite,
die eingesickert ist
durch das, was enttäuschend
oder schwer zu verkraften war.
Zünde in uns
dein Licht an,
du Licht der Welt,
damit unser Antlitz
zu leuchten beginnt.
Zeichne uns
mit deinem Segen,
damit er durch uns
sichtbar wird
in Dörfern und Städten. Tina Willms

Unsere Gottesdienst-Hinweis für diesen 1. Sonntag nach Weihnachten, den 27.12.2020:
Fernsehen:
ZDF 9.30 Uhr Kath. Gottesdienst aus der Kirche St. Bartholomäus in Fehlheim (Bistum Mainz): „Heilige Familie – Familie heilen“
Radio:
WDR 5 10.00 Uhr Evangelischer Gottesdienst aus Lambrechtshagen

Aktuelles finden Sie auch auf unsere Homepage: www.thomas-lukas.de/aktuelles

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