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Sonntagsgruß für den 10.1.2021

Sonntagsbrief für unsere Gemeinde Krefeld-Nord
1. Sonntag nach Epiphanias, 10.1.2021

Liebe Gemeindemitglieder von Krefeld-Nord,
Gottesdienst feiern – das dient auch dazu, uns immer wieder an die Lebenswahrheiten zu erinnern, die die christliche Religion für uns beinhaltet. Oder man könnte auch etwas frommer sagen: dient auch dazu, uns an das Evangelium zu erinnern. Gottesdienst feiern – damit wir frisch halten, was uns bestimmen soll.
Wenn wir an diesem Sonntag Gottesdienst gefeiert hätte, hätten wir als Wochenspruch gehört: „Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ Nun hinterlässt dieser Satz (Röm 8,14) aber einige Fragen: Woran erkennt man den Gottesgeist? Wozu „treibt“ er Men¬schen? Hier ist es hilfreich, an der Stelle weiterzulesen, Vers 15: „Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfan¬gen, dass ihr euch abermals fürchten müsst, sondern ihr haben einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!“
Furchtlosigkeit und wohlverstandene „Kindlichkeit“, darin wirkt der Gottesgeist.
Furchtlosigkeit verstehe ich nicht so, dass ich gar keine Angst kenne und immer mutig bin. Aber ich muss mich nicht einschüchtern, nicht lähmen lassen von dem, was mir Angst macht. Ich kann darauf vertrauen, dass der „liebe Vater“ alles zum Guten führen wird. Gottes Geist will Vertrauen stärken.
Und ich muss mich nicht abhängig machen von der Meinung und vom Beifall der Mehrheit. Ich kann sagen, was gesagt werden muss. Was ich vor meinem christlichen gewissen als gut und richtig erkenne, das kann ich auch so benennen. Und was ich als falsch und böse erkenne, kann ich auch falsch und böse nennen. Ich kann mich einmischen, wo es nötig ist. Das fällt mir vielleicht nicht immer leicht, weil ich mich angreifbar mache, kritisierbar, verletzbar. Es ist nicht einfach bequem. Aber es ist der Weg des Gottesgeistes.
Ein „kindlicher Geist“ – und nicht ein „knechtischer Geist“. Natürlich geht es nicht um kindisches Verhalten, nicht um vereinfachende Naivität. Mit dem kindlichen Geist muss ich an das Vaterunser denken. Gerade mit dieser liebevollen kindlichen Anrede beginnt das Grundgebet unserer Religion. Vielleicht vermisst mancher diese besondere Situation im Gottesdienst, wenn man sich in die Gemeinschaft hineingeben und miteinander diese Worte beten kann. Und so leibhaftig erfahren kann, zu dieser Gemeinschaft zu gehören, die sich dem „lieben Vater“ verbunden weiß.
Ich schlage Ihnen vor, an diesem Sonntag, an dem der Wochenspruch uns an unseren ‚lieben Vater im Himmel‘ erinnert – ich schlage Ihnen vor, dass wir je einzeln das Vaterunser ganz bewusst beten – bewusst, es in unserer Verbundenheit miteinander zu tun. So können wir vielleicht ein Stück gemeinsam Gottes Kinder sein, auch wenn es jetzt nicht im Gottesdienst leibhaftig erfahrbar ist. Aber die Verbundenheit kann doch in die Gedanken und ins Herz kommen, die Verbundenheit mit Ihnen und euch.
So können wir auch diese Wahrheit frisch halten, diese Lebenswahrheit unserer christlichen Religion: wir sind eingebettet in die Gemeinschaft, die von Gottes Geist befördert wird.
Ihnen und euch allen einen gesegneten Sonntag!
Ihre Pfarrerin Angelika von Leliwa und Pfarrer Christoph Tebbe

Gebet:
Gott,
uns von deinem Geist treiben zu lassen und uns als deine Kinder zu begreifen,
fällt uns nicht immer leicht.
Mache uns heute ein wenig furchtloser,
uns lass uns erfahren, wie befreiend es ist,
wenn wir uns als deine Kinder verstehen
und in unserer Verbundenheit beten:
Vater unser im Himmel …

Nun noch die Information aus dem Presbyterium:
Seit Anfang der Woche wissen wir: „Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland wird wegen weiter hoher Infektionszahlen bis zum 31. Januar verlängert und sogar noch verschärft …“ (Tagesschau-App)
In dieser Situation möchte das Presbyterium weiterhin auf das Feiern der Präsenz-Gottesdienste verzichten – bis zum 31.1. Wir wollen in dieser sehr ernsten Situation weiterhin dazu beitragen, Infektionen zu vermeiden, und denken an alle diejenigen, die erkrankt sind, und diejenigen, die alles Menschenmögliche tun, um Erkrankten beizustehen oder das weitere Ausbreiten zu verhindern.

Unser Gottesdienst-Hinweis für diesen 1. Sonntag nach Epiphanias, den 10.1.2021:
- Fernsehen:
ZDF 9.30 Uhr Evangelischer Gottesdienst aus Erbach: „Engel an deiner Seite“
- Radio:
WDR 5 10.00 Uhr Evangelischer Gottesdienst aus der Apostelkirche in Hannover

Aktuelles finden Sie auch auf unsere Homepage: www.thomas-lukas.de/aktuelles

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