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Sonntagsgruß zum 21.2.2021

Invokavit – Erster Sonntag der Passions-/Fastenzeit, 21.2.2021

Liebe Gemeindemitglieder von Krefeld-Nord,

am Mittwoch, Aschermittwoch, begann die Passions- und Fastenzeit.
Mit einer von Herzen kommenden Auszeichnung beginnt die Passionsgeschichte. Die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu von Nazareth.
Es war die Zeit vor dem Passahfest und Jesus war unterwegs nach Jerusalem. In Bethanien war er bei Simon eingekehrt, von dem es heißt, dass er einmal aussätzig war. Nach der Sitte der Zeit lag man auf Kissen zu Tisch. Da stand plötzlich eine Frau im Raum. Niemand kannte sie. Sie warf einen Blick in die Runde, dann ging alles sehr schnell. Sie eilte zu dem Platz, an dem Jesus lag, kniete sich hinter ihm auf den Boden, nahm ein Fläschchen, das sie in der Hand hielt, zerbrach den Kopf des Fläschchens und goss eine duftende Flüssigkeit, deren Geruch sofort den ganzen Raum erfüllte, auf seinen Kopf. Erst jetzt nahm sie sich Zeit: Sie strich das Parfüm über die Haare und salbte den Kopf. Es war wie eine feierliche Handlung.

Die Szene war nicht ohne Peinlichkeit: eine unbekannte Frau, die sich an Jesus herandrängte und ihm mit zärtlicher Geste den Kopf streichelte.
Und dann noch dieses Parfüm! Echtes, kostbares Nardenöl soll es gewesen sein. Man importierte es aus Indien oder Ostasien und salbte damit Könige zum Begräbnis. Eine Kostbarkeit im Wert von mindestens 300 Denaren – der Jahresverdienst eines Arbeiters damals. Hätte man dieses Geld nicht nützlicher verwenden können?
Das war jedenfalls die Meinung der Anwesenden. Sie regten sich auf: „Was soll das, ein so teures Parfüm sinnlos zu vergeuden? Mit dem Preis für dieses Öl hätte man ein paar hundert Arme für lange Zeit satt machen können.“
Wer kann diese Empörung nicht verstehen? Regen wir uns selbst doch immer wieder zu Recht auf, wenn Fußball-Profis oder Popstars Unsummen von Geldern kassieren, für viele notwendige Projekte aber kein Geld vorhanden ist. Oder wenn der Bundesrechnungshof aufzählt, wie viele öffentliche Gelder Jahr für Jahr verschwendet worden sind.

Die Antwort Jesu klingt darum zunächst befremdlich: „Arme habt ihr immer bei euch, und wenn wir wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun.“ Doch Jesus fügt noch einen Satz hinzu: „Aber mich habt ihr nicht immer.“ Dieser Satz macht stutzig. Armen helfen, Bedürftige versorgen, das muss sein, das ist nötig. Aber das andere darf es auch geben: Liebe erweisen und nicht fragen, was es kostet. Es muss Menschen geben, die ihr Herz verschwenden. Das ist unbezahlbar, so wie eine Flasche Nardenöl eigentlich unbezahlbar ist.
Die Geschichte von der Salbung Jesu in Bethanien ist auch eine Passionsgeschichte. Wahrscheinlich hat die Frau, als sie Jesus salbte, noch nicht an seinen Tod gedacht. Sie wollte ihm Liebe erweisen. Sie hat es aber getan, kurz bevor Jesus verhaftet und hingerichtet wurde. Darin haben die Evangelisten, die diese Geschichte überliefern, einen besonderen Sinn gesehen: mit der verschwenderischen Geste der Frau beginnt für Jesus das Sterben. Man könnte auch sagen: Hier wird ein Totgeweihter zum Messias gemacht. Denn Messias, griechisch: Christus, heißt der Gesalbte.

Im Grunde steht die Passionszeit unter dem Vorzeichen dieser Begebenheit: der Verehrung Jesu und des Liebeserweises dieser Frau. Verfolgung, Folter und Tod sollten ihn aus der Welt schaffen. Doch bis heute wird ihm Ehre und Liebe zuteil. Wie können wir uns, als einzelne und als Gemeinde, der Frau anschließen?

Ihnen und euch allen einen guten Sonntag und eine ebensolche Woche!
Ihre Pfarrerin Angelika von Leliwa und Pfarrer Christoph Tebbe

Zum Beten: Lass mich jeden Tag dir meine Zuneigung schenken, o Jesus. Lass mich jeden Tag zu deinem Lob spielen, o Gott. Jeden Tag, jede Nacht, im Dunkeln und Licht lass mich preisen, wie gut du mir bist. Lass mich jeden Tag achtgeben auf dein schützendes Recht. Jeden Tag lass mich dir ein Lied dichten. Jeden Tag lass mich den Ursprung deiner Gnade ergründen. Lass mich jeden Tag meine Worte an deiner Weisheit messen. Jeden Tag, jede Nacht lass mich im Frieden leben mit dir. Manfred Wester

Unsere Gottesdienst-Hinweise für diesen Sonntag Invokavit, den 21.2.2021:
- ZDF: 9:30 Uhr Spielraum – Eröffnung der Evangelischen Fastenaktion.
Da möchte man einmal klar die eigene Meinung vertreten – doch im entscheidenden Moment schweigt man. Da weiß man, dass es eigentlich längst an der Zeit wäre, auch einmal „Nein“ zu sagen, doch dann … Was hindert mich zu tun, was ich eigentlich tun möchte – oder längst hätte tun sollen?
Damit setzt sich der Gottesdienst aus der Johanneskirche in Erbach auseinander, der die Fastenaktion der evangelischen Kirche eröffnet. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Spielraum – Sieben Wochen ohne Blockaden“. Die Predigt hält Susanne Breit-Keßler, die Kuratoriumsvorsitzende der Fastenaktion. Für die Musik sorgen das Vokalensemble Sonus unter der Leitung von Niklas Sikner, Andreas Karthäuser an der Orgel und die Sängerin Dunja Koppenhöfer.

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