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Sonntagsgruß zum 16.5.2021

Liebe Gemeindemitglieder von Krefeld-Nord,
„Schaut hin“ – Das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentages ist eigen-tüm¬lich kurz und geradezu allgemein. Das Präsidium des Kirchentages hat dieses Motto gewählt und damit auf einen ausdrücklich religiösen Bezug verzichtet. „Schaut hin“ – ich finde zu dieser Aufforderung aus christlicher Sicht sinnvolle Zusammenhänge:
„Schaut hin“ ist eine Bitte an die Kirchen. Weil viel im Argen liegt, in beiden großen christlichen Kirchen. Da ist zuallererst der Umgang mit sexua¬li¬sier¬ter Gewalt an Schutzbefoh¬le¬¬nen (in beiden Kirchen), wer wollte das bestreiten. – Auch gibt es das Thema der gemeinsamen Feier der Eucharistie, des Abendmahls. Schon lange steht es auf der Agenda. Wann geht es da weiter? Wann werden Schritte unternommen? – Vielfach sind die Kirchen in diesen Zeiten der Veränderung sehr damit beschäftigt, geeignete Strukturen zu finden. Fehlen dadurch die Kräfte, die Aufgaben der Kirche vor Ort im Blick zu behalten und anzupacken?
„Schaut hin“ – sagt Gott. Schaut hin und handelt, geleitet vom Glauben und dem Vorbild Jesu. Schaut hin und handelt, mit offenen Augen und weiten Herzen. Schaut hin und handelt, für die Gemeinschaft, für die Stadt, für die Schöpfung, die Welt. Schaut hin und handelt als Geschwister im Glauben an den Gott, der hinschaut, der die Herzen der Menschen durchschaut, der den Notleidenden hilft und uns sucht.
„Schaut hin“ – denn in Corona-Zeiten droht vieles ungesehen zu bleiben. Schaut auf die Not der Betroffenen. Dieser Blick soll unsere Entscheidungen, unser Handeln, unsere Maßnahmen bestimmen.
„Schaut hin“ – sagt Jesus uns, und dabei zeigt er seine Wunden. Denn nicht unverwundet erstand er auf, sondern als Gekreuzigter. Darum vertrauen wir darauf, dass er Verletzungen kennt, den Schmerz, die Trauer und den Tod. Darum glauben wir, dass er für uns gestorben ist.
„Schau hin“ – ist meine Bitte im Gebet, wenn ich alles vor Gott ausbreiten. Mein Herz und mein Leben, unsere Stadt und unsere Welt, die Kirchen und unsere Gemeinde natürlich auch.
Hinschauen – sehen ist schon viel. Und erst, wenn ich etwas konkret wahrnehme und weiß, kann ich darauf reagieren. Denn was ich sehe und erfahre, wird mich nicht kalt lassen.
So ist das Motto des Kirchentages letztlich ein Appell mit offenen Augen in der Gemeinschaft zu leben. Denn in den gemeinschaftlichen Lebensformen ist es möglich einander wahrzunehmen. Wenn auch gerade das Zusammenkommen erschwert ist – es gibt weiterhin Möglichkeiten, das Verbundensein wahrzunehmen.
So wünschen wir uns für uns alle offene Augen, dass jede und jeder Menschen um sich hat, die ihn/sie sehen und die aufmerksam sind. Und dass jede und jeder selber auch aufmerksam sein kann für die Menschen im eigenen Umfeld.
Ihnen allen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche mit offenen Augen!
Ihre Pfarrerin Angelika von Leliwa und Pfarrer Christoph Tebbe

Lied zur Kirchentagslosung
1. Wo finden alle Platz, wie grün ist dort das Gras?
Wer lädt so viele ein, wer gibt im Übermaß?
Wovon der Mensch auch lebt, es ist nicht Brot allein.
2. Wo werden alle satt, wie hungrig sie auch sind?
Wer nimmt die Speise an, greift zu, vertraut ihr blind?
Wovon der Mensch auch lebt, es ist nicht Brot allein.
Refrain:
Schaut hin. Seht nach. Blickt durch.
Mit offenen Augen.
Schaut hin. Denkt nach. Geht los.
Mit offenen Armen.
Teilt und schmeckt und seht. Teilt und schmeckt und seht.
3. Wo sind die Körbe voll, wie wenig es auch schien?
Wer sammelt alles ein und lässt die Zweifel ziehn?
Wovon der Mensch auch lebt, es ist nicht Brot allein.
4. Wo werden Wunder wahr, wie werden sie erkannt?
Wer geht den Spuren nach, geht über den Verstand?
Der Mensch lebt durch das Wort, das Wort ist Gottes Brot.
Text: Lothar Veit

Unser Gottesdienst-Hinweis für diesen Sonntag Exaudi, 16.5.2021:
ZDF – 10:00 Uhr „Schaut hin – blickt durch – geht los“ – Schlussgottesdienst zum 3. Ökumenischen Kirchentag
Im Schlussgottesdienst kommt ein Predigt-Duo zum Einsatz: Schwester Dr. Katharina Ganz, Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen und die methodistische Pfarrerin Mareike Bloedt. Liturgisch begleitet wird er vom Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing, dem Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Volker Jung und dem griechisch-orthodoxen Erzpriester Radu Constantin Miron, der ebenfalls Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) ist.

„Nachtreffen“ zum Kirchentag
Wir möchten uns nach dem Kirchentag mit Ihnen austauschen, Kirchentags-Nachlese halten:
Was hat mich bewegt? Was hat mich fasziniert? Wo gab es neue Impulse?
Montag, 17.5.2021, 19.30 – 20.30 Uhr, per Zoom (für den Link wenden Sie sich bitte an: angelika.vonleliwa@ekir.de)

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